Der Tag T-1 oder die Entscheidung

Es mehrten sich die Anregungen und Sprüche dass es langsam Zeit würde, aber vorerst nach wenig Schlaf sah es wohl wieder nach einem laaaangen Tag fast ausschließlich im Kreissaal aus.

Die ersten 2 Pillen, brachten zwar regelmäßige aber eher unwirksame weil schmerzfreie Wehen. Leider ist es auch bei der Geburt so, dass nur was weh tut auch wirklich was bringt.

Da Sedrik #Sohn1.0 früh mit mir in die Klinik fuhr, wurde er gegen 14 Uhr von einer guten Freundin wieder nach hause gebracht.

Die dritte Pille sollte es reisen…aber nun ja, nicht wirklich so wie erwartet. Letztlich waren wieder km um km hinter uns und die ohnehin schon abgenutzten Treppen vorm Kreissaal noch etwas mehr abgenutzt.

Um die vierte Pille zu vermeiden, kam nun eine Aromaterapie in Form von Nelkenöl und Massage zum Einsatz, ein starker Kaffee war auch dabei. Ich musste also schon mal anfangen als Masseur. Wir haben uns zum ach ich weiß nicht wie vielten mal die Klinik rundherum angesehen. Ich habe unterwegs und nach dem Abendbrot (nein die tolle Cafeteria hatte nichts Warmes mehr) eine Massage vorgenommen.

Zu behaupten das es nichts gebracht hat, wäre falsch, den schließlich waren einige „Arbeitswehen“ dabei. Ja der Muttermund war noch immer bei 2-3 cm, dafür aber war der Gebärmutterhals vollends verschwunden.

Dies heißt nach Aussage der Hebamme (mittlerweile die vierte) und der Ärztin, dass es durch aus möglich wäre die Geburt mit sofortigem Einsatz des Wehentropfes (Salzwasser 😉 ) zu beenden. Das war so zwischen 21 und 22 Uhr.

Nach dem gestrigen Tag und der sehr traurigen Entscheidung aufzugeben um nicht die Müdigkeit noch zusätzlich als Belastung zu haben und heute wieder von neuen zu beginnen, war es schwer. Auch wenn es wieder ein sehr langer Tag war, entschied sich mein Schatz es in der Nacht noch durch zu ziehen.

Es gab also eine Tropf und ich hatte einige Anrufe später wohl meine schlimmste und schönste Nacht noch vor mir.

Bis 11 Uhr konnte ich noch in Ruhe die Beine im Kreißsaal hoch legen. Danach wurden die Wehen heftiger und ich stand wenn nicht gerade als „Boxenstop“ mit Wasser nur mit Igelball oder eigenen Fingern massierend hinter ihr.

Auch dieser Tag verstrich ergebnislos, aber im Bewusstsein, dass noch bevor die Sonne wieder aufging, in jener Vollmondnacht auf den Tag mit dem geekigen Datum 07.08.09, unser Sohn das (Neon)Licht der Welt erblicken würde.


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