ein simples „wie geht’s dir?“

Wie oft benutzen wir dieses Floskel um Interesse zu zeigen oder zu heucheln? Es ist einfach, Vielen ist sie wie die Begrüßung schon ins Blut übergegangen. Die meisten verbinden sogar beides.

Gut man möge jetzt vermuten, dass die meisten dies als rhetorische Frage nutzen und eigentlich gar keine Antwort erhoffen. Mit nervt an dieser Frage:

  1. dass diese erwartet wird und sobald man sie vergisst oder weg lässt, schlittert man in einen Konflikt.
  2. dass der Frager damit ausdrücken will, mir geht es irgendwie und ich will das du mich das gleiche fragst
  3. dass der Antworter entscheiden muss ob es rhetorisch war und wenn nein was er nun antworten soll
  4. dass die Antworter die sich fürs antworten entschieden haben am liebsten „gut“ oder schlimmer noch „gut und selbst?“ wählen.
  5. dass diese Frage (siehe 2.) zurück kommt (4.) und sobald sie dir über die Lippen geht du eigentlich schon anfangen solltest darüber nach zu denken was du antwortest.
  6. dass ich mit „gut“ nichts anfangen kann, da es weder Fisch noch Fleisch ist so ein wenig halbschwanger.
  7. dass die besten Freunde, also die wo ich dieses Interesse wirklich habe zum Teil genervt sind von meiner Frage. Ich aber sehr wohl an ihrer Antwort interessiert bin.

Kommunikation ist halt immer ein wenig wie ‚Topf-schlagen im Minenfeld‘ oder ‚Jenka mit dem Baseballschläger‘

Klassischer Männerspruch? „Egal was Mann tut, Mann macht immer das Falsche“

 


4 Responses to ein simples „wie geht’s dir?“

  1. Grundregel aus dem Kommunikationsseminar:

    „Wie geht’s dir?“ ist wirklich nur ein Konversationsöffner 😉 Der Gegenüber erwartet an der Stelle nur ein „Gut“ und mehr nicht.
    Würde man wirklich sagen, wie es einem geht, dann wäre die Grundstimmung des Gesprächs eh schon hinüber. 😉

    Wenn man aber Spaß an sowas hat, dann kann man gerne an der Stelle die Lebensgeschichte ausbreiten und sich innerlich diebisch freuen, wenn die GEsichtszüge des anderen anfangen zu zucken 😀

  2. Also wenn ich frage Wie geht’s dir will ich eine ehrliche Antwort und je nach innerer Nähe zum Gegenüber auch eine Bekundung des Interesses an meiner Person. Gerade erst wieder gehabt, dass sich jemand durch so einfache Sachen vom Freund zum Bekannten degradiert hat.

  3. Genau das ist der Widerspruch, die einen erwarten nichts und die anderen Alles. Also letztlich ist es wieder der Wert und die Vorstellungen des Gegenübers der uns gratwandern lässt. Ich bin am Anfang mancher Gespräche noch leicht unsicher.

    Viel verstörender ist meiner Ansicht nach wenn du Tag täglich diese Frage stellst und die Antworten immer kürzer werden bis es beim „gut“ stagniert. Ich glaube dann, genau dann wurde man zum Bekannten degradiert.

  4. Haha, meine Lieblingsantwort ist nicht gut, sondern: Viel Arbeit. Aber erschreckender finde ich, wenn der Antwortende noch fest von der Freundschaft überzeugt ist und die schwindende Vertrautheit nicht einmal mitbekommt. Aber wenn s erst einmal so weit gekommen ist, lohnt es sich in meinen Augen auch nicht mehr darüber zu reden.