Hamburg Besuch [Tag 1] (laaaaaang, sehr lang: 2003 Wörter)

Schon mal vorweg, es war chaotisch.

(Fotos kommen vielleicht noch)

Also Sedrik und ich gingen doch schon 20:48 Uhr Richtung Bett, nachdem mich Nina per skype lange am gehen gehindert hat. Ihrem traurigen Blick kann nur Sedriks Dackelblick noch entgegen wirken. Ich bin daraufhin gegen 1 Uhr wieder aufgestanden. Erschreckender Weise musste ich feststellen das Jan und Nina noch on waren.

Ein kurzer Chat mit Nina und ein längerer mit Jan und die beiden waren endlich am ins Bett gehen/sein.

Okay, ein kurzes Frühstück => Taschen packen => Omas Mazda 3 füllen und dann mit WALL-E (Waste Allocation Load Lifter Earth-class) CD im Autoradio die A7 unsicher zu machen. Die eigentlich geplante Startzeit (3Uhr) war nur 27 Minuten überschritten.

Sedrik und Schatz waren recht bald wieder im Reich der Träume. Meine Mama blieb auf dem Beifahrersitz wach und assistierte bei der Flüssigkeits-/ Koffeinaufnahme. 😉

Bis Kassel ging das auch alles recht gut. Okay bei dem ersten Halt bzw. Pinkelpause, gab es einige Tumulte von den billigen Plätzen, die nicht vom Rauchen der Mitfahrerin begeistert waren.

Danach begann die „Gas geben  -> 120 -> Gas -> 120“ Phase. Meine Mutter konnte sich bei jedem 120’er Schild weniger zusammenreißen, was letztlich dazu führte, dass ich schon an ihrem Lachen hörte, wie langsam es nun weitergehen müsste. Auch entwickelte ich eine 120’er Phobie.

Also war die Fahrt schon sehr länglich, aber trotz kürzester zweier Pausen, was auf 540km nicht wirklich viel ist, haben wir die geplanten 5 Stunden (google maps) bis zum Hamburger Hauptbahnhof nicht weit überschritten.

Leider griff nun Murphy ein und das GPS des Navies (Sony Ericsson W760i) verweigerte den Dienst. Nun mussten wir ohne Routing mit GPS und google maps das Hotel finden. Wie sich 25 Minuten später herausstellen wird, wäre hier der Moment gewesen, die Gastgeber aus dem Bett zu holen.

Dann kam Ninas Warnung nach chaotischer Verkehrsführung zum tragen. Wobei Würzburg zwar kleiner, ist es aber chaotischer als Hamburg. Also besser geübt als erwartet, hatten wir nur ein einziges dreiteiliges Problem: Es ist wichtig zu finden, wo man hin will; genauso wichtig ist es, das Ziel mit dem Augen anvisieren zu können; aber das unerwartet wichtigste ist, über mehrere Kreuzungen den richtigen Weg schon im voraus zu erkennen. Wie, ich fahre jetzt auf der zweiten von fünf Spuren, weil diese in sechs  Kreuzungen die ist, die mir die Auffahrt Richtung Hotelparkplatz zu lässt. Nein ganz so ist es nicht…eigentlich wäre es die dritte Spur gewesen. 😉

Nachdem das Auto nun den Platz erreicht hatte, den es bis zu Heimfahrt nicht mehr verlassen sollte und wir im Hotel eingecheckt waren, war das Problem schon wieder da.

Der Hauptbahnhof ist dort, aber wie läuft man dort hin?

Ich schrieb Nina also erstmal eine SMS, bevor wir uns auf den Weg machten. In 5 Minuten mussten wir am Hauptbahnhof sein (Treffpunkt). Das haben wir halb gut gelöst, weil zwischen drin standen wir mal direkt neben dem Gleisbett. 😉

Das Hamburger Wetter war zwar herbstlich kühl, aber nicht wie nach Flos Vorwarnung sondern wunderbar sonnig. Okay für T-Shirt wohl etwas frisch.

Dann griff das Chaos ein. Die SMS „Ich habe Jan gerade erst aus dem Bett bekommen“ hatte ich fünf Minuten nach dem wir uns eigentlich schon treffen wollten, so nicht wirklich erwartet, wobei diese mich, nach dem beide erst zwischen 1 und 2 ins Bett sind, auch nicht zu überraschen vermochte.

Nach einem längeren Telefonat, waren wir auf dem Weg zur Alster und blieben im ersten “ Aaaaaah Starbucks… wusch rein“ hängen. Eigentlich war ich so sicher, das wir (nahe) am Rathaus waren. Okay das war grundsätzlich nicht falsch, aber ein Startbucks ist noch näher. Als der Kaffee leer und wir gesättigt waren, gingen wir raus, da wir eine Raucherin dabei hatten. Eine Nachfrage ergab, dass die Gastgeber schon auf dem Weg waren. Eine Wartezeit später dann ein Telefonat das mit  „Wo seid ihr?“ begann und schließlich folgendes ergab:

  • Baukräne sind für die Navigation in Hamburg nicht geeignet.
  • Für Würzburger sind große Häuser was anderes als für Hamburger.
  • Letztlich lohnt es die U-Bahn Station zu nehmen, da haben die Hamburger wenigstens die Chance.

Ich dachte immer noch, dass vor mir das Rathaus ist, wegen dem groß und Baukran. Aber weit gefehlt. die beiden haben sich von hinten angeschlichen. Nach dem ich mich irgendwie beobachtet fühlte, drehte ich mich mal rum und wah da standen sie, wie eine Mauer. Okay ich wusste das sie groß sind, aber wie es sich anfühlen würde mal nach oben gucken zu müssen, war ungewohnt, seltsam, komisch, etwas erschreckend sogar.

Und doch war mein erster Eindruck, die haben sich gesucht und gefunden. Es gibt so Puzzleteile da weiß man auf dem ersten Blick das die zueinander gehören. Das war hier der Fall. Und Nina ist, egal was sie behauptet wunder hübsch, vor allem diese Augen könnte einen dahin schmelzen lassen.

Etwas mulmig testete ich, ob Nina wirklich so gut knuddeln kann, wie sie immer behauptet und oh je sie kann es noch besser als ich mir das je hätte träumen können. Alles fiel urplötzlich von mir ab, ich war bei Freunden, ich fühlte mich schlagartig wohl. Jan gab mir etwas zaghaft die Hand, was wohl eher daran lag, dass ich im T-Shirt da stand und alle anderen dick eingepackt waren.

Mittlerweile war es 10:30 Uhr. Die beiden hatten eigentlich keine Zeit zu planen und so ließen wir uns erstmal das (richtige) Rathaus zeigen inklusive des zugehörigen Starbucks, in dem wir zu erst gesucht wurden. Und dann zur Alster, damit wir auch wussten, dass wir nur kurz vorm gesteckten Ziel durch Werbung vom Weg abkamen.

Wir gingen etwas an der Alster entlang an einen kleinen Bootssteg und Nina zeigte das Restaurant in dem sie ihren 18. feierte. Da wir nun einmal bei Restaurant waren, gaben beide zu noch nicht gefrühstückt zu haben, also ab was Essbares suchen.

Den Plan „Samstag früh in die Speicherstadt“ hatte ich schon verworfen. Nichtsdestotrotz gingen wir doch erstmal zur Speicherstadt. Wie erwartet freundete sich Sedrik nach anfänglicher Schüchternheit sehr schnell mit dem beiden an. Das Jan mit seiner Größe von seiner Schulter einen ganz anderen Ausblick bietet, war wohl am aufregendsten und natürlich die Faulheit getragen zu werden.

Das Hamburger Wetter zeigte sich von der besten Seite. Die Speicherstadt hatte „nur“ 70 Minuten Wartezeit. Also reservierten wir(Jan) für 15 Uhr und gingen weiter zum Hafen. Dort wurde eine Hafenrundfahrt geplant. Wir mussten aber schon feststellen, das die beiden Gastgeber mit ihren langen Beinen einfach zu schnell waren.

Es war natürlich das Glück der Spontanität, dass die Queen Mary 2 im Hafen lag. Sedrik und meinem Schatz wurde schlagartig klar, dass die „großen“ Personenschiffe auf dem Main nur Ruderboote dagegen sind.

Mit einem lustigen Kapitän der normale Eheprobleme zu haben schien, war Nina nun einiges Klar. Sedrik ist falsch. wenn die Kamera da ist, ist er plötzlich ein Engel sonders gleichen, aber wenn sie wieder weg ist. Aber er hat sich den ganzen Tag noch komisch verhalten. So aufgedreht und zickig ist er sonst nie.

Nach der Hafenrundfahrt ging es ab zu einem Portugiesen Mittagessen. Hier wurde uns schlagartig bewusst wie kinderfeindlich Hamburg ist. Von den Kindergarten Schließungen hat man kürzlich erst gehört. Ja wir sassen in einem Restaurant ohne Kinderkarte. Na ja, mit ein paar Röstkartoffeln war er zufrieden gestellt und kuschelte sich bei Mama ein und war ziemlich schnell eingeschlafen.

Zeit hatten wir nun endlich für etwas Smalltalk und mal etwas näher zu kommen. Nachdem wir Sedrik wieder geweckt haben ging es auf zur Speicherstadt.

Hier muss ich anmerken, dass mir noch nicht aufgefallen war, dass Nina mir nicht ihre Bank am Hafen gezeigt hatte.

Die Speicherstadt beschreibe ich unfairer weise nur kurz mit:

  • viel zu groß,
  • viel zu detailreich,
  • teilweise nicht jugendfrei (typisch Hamburg)

um es an einem halben Tag und beim ersten Besuch überhaupt begreifen zu können.

Nina und Jan waren recht schnell durch, kein Wunder, ich glaube sie sind nur aus Anstand mit hinein gekommen. Ja sehr nett sind beide.

Als nächstes wurde überlegt, ob wir Jans WG stürmen sollen und alle Gäste fanden es als gute Idee. Nina wurde nur etwas blass. 😉

Zu erst mussten sich die beiden Hamburger klar werden, welche die nächste U-bahn Station ist. Nina lief dann direkt in ein offenes Messer bei Sedrik. 🙂

Tja, nun große Frau, bisher hatte er zu dir aufgesehen, nun beschreibe warum ausgerechnet du vor dunklen Straßen Angst hast. Das Thema ändert man bei Sedrik nicht so schnell. 😉 Aber wenn, tut er das eher selbst. Eigentlich sollte es ein Handel werden…“ich sag dir auch, warum ich vor Gewittern Angst habe“. Tja Nina, Chance verpasst, nun hat dein Bild in seinen Augen einen Kratzer erlitten.

Nun weiß Nina, zwar mit Nachfragen, warum Sedrik Angst vor Gewittern hat: Er sieht zu viel fern. 😉 Zu erst versuchte es Nina mit raten:

N:Wegen dem Donner?

…Stille…

N: Ah, Mist, woher weis sie das nur. 😉

S: Nein, falsch ich sag’s dir nicht. Es gibt 2 was.

N: Selber vom Blitz getroffen zu werden?

…Stille…nebenbei erwähne ich, dass die Chance höher ist, im Lotto den Jackpot zu gewinnen, als von einem Blitz getroffen zu werden und dass man sich solange man nicht im Lotto den Jackpot knackt, sich nicht vor Blitzen zu fürchten braucht.

N: Ah, jetzt, hat es Nina erraten. 😉

S: Nein, ich habe Angst, dass ein Blitz in einen Baum einschlägt, der Baum umfällt und das ganze Gras abbrennt. Und das beim Gewitter ganz viel Regen fällt und dann der Main so hoch steigt, dass das Wasser bei  uns zuhause rein läuft.

Nach dieser Diskussion ging es ab in den öffentlichen Nahverkehr Hamburgs…U-Bahn => S-Bahn => Bus, wobei die U-Bahn im Hafenbereich eher eine Hochbahn ist. 😉

Also haben wir danach den Lebensmitteldiskounter direkt in der Nähe von Jans WG gestürmt. Dort dann das nächste Erlebnis:

Jan und Nina rein, wg. Frühstück am Sonntag, Sedrik und ich hinter her, die beiden verbleibenden Damen dann draußen(Raucher). Drin beginnt Sedrik einfach so aus heiterem Himmel mit: „Vorsicht ein Pupskisten *pupsgeräuch mit dem Mund*“ das machte er dann so ca. 5 Minuten, bis eine etwas ungewöhnlich anmutende ältere Dame anfing mit zu machen. Es wurde dann ein wenig peinlich, weil die Damen und Sedrik begannen das Ganze zu einem Kanon auszubauen. Wir, also eigentlich Nina, versuchte auf alternativen Wegen durch den Markt die Situation zu beenden, nur um diese Frau 2 Kurven später wieder in die Arme zu laufen. An der Kasse hat die Frau natürlich, wie zu erwarten war, auf uns gewartet. Sie hat Sedrik noch ein Dinosaurier Bastel/Rätzelbuch geschenkt.

Zu hause bei Jan das erwartet Bild, wir werden in die Küche geführt und die Gastgeber springen an ihre Laptops bzw. MBP. Okay ich habe mit dem Handy ab und an getwittert mit mäßigem Erfolg. Das mussten beide erstmal lesen.

Dann geschah etwas was ich nie im Leben für möglich gehalten hätte. Nach einer kurzen Diskussion über Computerspiele kamen wir zu dem Spiel, dass Nina am Freitag nachmittag gespielt hat. Und das musste Sedrik natürlich sehen. Soweit noch gewöhnlich, aber dann. Nina startete Schach und überließ Sedrik ihren MBP, ihr heiliges MBP, wo für ich „ganz gaaaaanz gaaaaaaaaaaaanz toll lieb“ hätte fragen müssen. So ein kleiner Teufel und so ein Stein im Brett bei der großen Nina. Ich sah nur Jan an und erkannte, dass auch er die Welt nicht mehr verstand.

Danach sind wir noch zum Fastfood Diskounter mit dem goldenen M. Dort demonstrierte Jan was Fastfood wirklich bedeutet: Fast food ist, wenn der Burger komplett in den Mund geht. Sedrik hat zwar Nina angefeuert, aber Jan war einfach ein unschlagbarer Favorit. Da Sedrik mal wieder den müden Teufelchen Job angenommen hatte, gab es kein Eis, weshalb Jan nun unbedingt noch eines haben musste. Man muss ihm aber anrechnen, dass er Sedrik dann was abgegeben hat und letzlich nur meine / unsere  Autorität alles war, was leiden musste.

Nach einer weiter Bahnfahrt haben wir uns dann von unseren Gastgebern getrennt. Nur mit dem Wissen das wir am nächsten Mittag (10-11Uhr) zum Frühstück bei Jan aufschlagen würden.


2 Responses to Hamburg Besuch [Tag 1] (laaaaaang, sehr lang: 2003 Wörter)

  1. Hui – sooo viele feine Worte! Die Gedanken in mir wecken.

    Gedanken wie…

    Die 120er Phobie kann ich verstehen.

    Du solltest doch nach schon ein paar Jahren auf dieser Welt wissen, dass Frauen ihre eigene Schönheit niemals einzuschätzen vermögen. Nienienie! Und vor allem nicht Lady Nina *lacht* Würde sie eingestehen, dass sie wunderschön ist, dann würde sie uns dich Chance nehmen, es ihr immer wieder sagen zu dürfen!

    Sedrik mag ich 🙂 Der Gewittertausch ist wunderfein *schmunzelt* Und der hat ihm das MBP für ein paar Momente eingebracht! So weit wäre ich nie gekommen!

    Was ist den eigentlich in der WG für ein Teppich? *neugierig bin*

  2. Teppich? Ich glaube da war keiner. Ich muss gestehen das ich immer hoch kucken musste. 😉
    Aber ich bin mir (fast) sicher, dass da nur Laminat war.
    Das mit dem MBP glaube ich, war nicht nur mit dem Gewittertausch verbunden, dass war wohl eher der Sediiiiiii-Knuffigkeits-Faktor. 😀