Ein Gewinn für die Vergangenheit

© Oswalt Henke (von Goethes Erben)

In Momenten wenn es scheint, dass alles ergraut,
rückt allein der Blick in das Album der Erinnerung
den Schleier Grau bei Seite und entblößt glänzend die Vergangenheit.
Jede Erinnerung an die Geburtsstunde dieser Fotografien,
benetzt die Augen salzig.
Wenn die Jugend zurückkehrt und das „jetzt“
in das „damals“ entführt,gelangen unbekannte Gesichter,
durch bloße Gestik und Mimik zu liebenswerter Vertrautheit,
und die Maske des Unbekannten weicht vertrauten Zügen
längst erlebter Bilderreigen.
Bilder die beglücken, und im Echo die Gedanken in Wehmut stimmen.
Selbst das greise Faltenspiel lässt so niemals die Vergangenheit vergessen
Einmal noch — durch naive Augen — die erste Liebe erblicken.
Der Geschmack des ersten Kusses bleibt jedoch verwährt.
Lange hallen viele Stimmen durch den wachen Verstand.
Ein wenig schmerzt das Spiel mit der Erinnerung.
Szenen erneut in Fleisch und Blut atmend zu durchleben ist uns nicht vergönnt.
Doch die Farben bleiben, sie geben der Zeit ein Gesicht.
Auch wenn das Vergessen versucht alles in Grau zu tauchen,
seiner Farben zu berauben,
so gelingt es nur der Phantasie den Geist in eine bunte Bilderflut zu stürzen.

Was war ist ein Gewinn für die Vergangenheit.

In Erwartung wunderschöner Bildfragmente wage ich so den Schritt in einen neuen Tag
Meine Phantasie begleitet mich, lässt mich täglich altern,
aber nur im Rahmen ZEIT.

Was war ist ein Gewinn für die Vergangenheit.


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